Angelika Weigelt
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ISBN: 978-3-00-041986-7

 

 

 

 

 

 

 

 

2013
Vernissage / Fernisering / Exhibition opening
Ole Finnerup
Mag. Phil., Kunstlehrer

Angelika Weigelt bezieht ihre Grundinspiration aus der Natur, die Vorbilder ihrer Werke sind in der
Wirklichkeit zu finden, in der geologischen und aktuellen Natur. Sie versteht ihre Arbeit als Fortsetzung bzw.
Verlängerung der Gesetzmäßigkeiten und des Materialcharakters der von ihr vorgefundenen organischen,
wachsenden und gedeihendenFauna und Flora und nicht zuletzt der Gesteinsarten und Sedimente, die in
einem gewissen Sinn als „fixierte” Natur aufgefasst werden können. Ihr Arbeitsprozess zeugt von großer
Geduld, ist von intensiver Einfühlsamkeit in jedes kleinste Detail des Werks (sei es ein Gemälde oder eine
Skulptur) geprägt, die sich am Ende zu einem Ganzen zusammenfügen. Wer näher an eines ihrer Gemälde
herantritt, macht häufig die Erfahrung, dass es sich in kleine selbständige Felder auflöst, die isoliert von
seiner Umgebung ein Eigenleben gewinnen, ihren eigen Charakter erhalten – genauso wie unter dem
Mikroskop der Dünnschliff eines Gesteins eine Vielzahl unterschiedlicher Flächen, Körner, Kristalle und
Versteinerungen preisgibt. Deshalb ist beispielsweise Alabaster mit seiner größeren Varietät und seinen
verschiedenen Eigenschaften viel bedeutsamer als homogener Gips oder einförmige Lehmarten. Und
deshalb besteht Angelika Weigelts eigentümliche Technik darin, die erste, glatte und harmonische
Farbfläche in einem Gemälde aufzukratzen, zu verletzen. Sie vergleicht dies mit einem Kind, das als
unbeschriebenes Blatt oder weiße Leinwand auf die Welt kommt. Die Komplexität und Zusammen-
gesetztheit seines Charakters erhält es erst danach – wenn das Leben seine Spuren in die Oberfläche
kratzt. Diese Auffassung von der Einheit des langen Laufs der Natur und des kurzen Lebens des Menschen,
verweist auf einen Grundgedanken der Romantik, den „Organismusbegriff“, der seinen Ursprung
kurz vor 1800 hat. In unserer Zeit ist Angelika Weigelts Einstellung und ihre Treue gegenüber der Ur-Natur
und Ur-Religiosität jedoch ein nur selten anzutreffendes Phänomen. Die zeitgenössische bildende Kunst ist
von der unmittelbaren Inspiration, dem schnellen, spontanen Strich und der unantastbaren Oberfläche
gekennzeichnet. Ganz anders bei Angelika Weigelt. Ihre stetige, geduldige Arbeit mit malerischen Figuren,
die zusammengesetzt  und komplex sind und nur aus der Distanz ein harmonisches und konturiertes
Ganzes bilden, sind eine seltene und nicht hoch genug einzuschätzende Ausdruckform, die ein näheres
Herantreten, den Schritt zurück und ein nochmaliges Betrachten aus nächster Nähe lohnend machen und
die Einfühlung intensivieren. Das Bild oder die Figur weist dafür im Vergleich zur hastig hingeworfenen
konzeptuellen Malerei der Gegenwart mehr Beständigkeit und eine höhere mentale Verschleißfestigkeit auf.
Bevor Angelika Weigelt ein Werk fertigstellt, wandert es durch das ganze Haus, um es in unterschiedlichem
Kontext und Licht erleben zu können. Diese geduldige, der Einfühlsamkeit treu bleibende Arbeit kommt
dem fertigen Werk zugute und nicht zuletzt uns, dem Betrachter, dem sich das Wesen des
Bildes einfühlend erschließt. 
 

 

Angelika Weigelt Ausstellung in der nächsten
Woche in der Galerie Richterhof auf dem Stadtplatz.
Sie lebt und arbeitet haupsächlich in Deutschland.
Sie ist seit 2009 Mitglied des Ærø Kunstverbands
stellt aber bereits seit 1997 aus.
Ihre Werke sind auf der geologischen und aktueller
Natur basiert ......